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DJI Inspire 1: Vergleich Zenmuse X3 und X5

Vom Phantom zum Inspire

Nachdem mich die verschiedenen DJI Phantom Multikopter nicht wirklich zu überzeugen vermochten, hatte ich mir im Mai 2015 den DJI Inspire 1 V1 gekauft.
Von diesem Gerät war ich auf Anhieb begeistert. Durch das Hochstellen der Rotoren war das Problem beseitigt, dass beim schnellen Flug immer die Rotorblätter oben im Bild sichtbar waren - für mich ein no go. An meinen Phantom Koptern hatte ich jeweils eine Gopro black 3+ montiert. Die Bildqualität war in Ordnung, sofern man die Kamera nicht aus der Horizontalen schwenkte; denn dann wurde der Horizont stark gebogen und die Aufnahmen waren unbrauchbar.

Mit der Kamera X3 am Inspire 1 war dieses Problem ebenfalls Geschichte.

Während des Sommers produzierte ich gegen 100 h Stunden Luftaufnahmen in 4K - ausschliesslich Landschaftsaufnahmen in den Alpen.
Die Qualität in 4K war ordentlich. Leider war die Auflösung im Fotomodus mit 12 Mpx nicht gerade berauschend.

Vor Weihnachten 2015 kündigte DJI eine neue Kamera für den Inspire 1 an. Die X5 Kamera mit passendem Gimbal kaufte ich mir schliesslich Anfang Frühling 2016.

Steckte in der X3 noch ein Sony Exmor R CMOS; 1/2.3” wurde in der X5 ein Panasonic (?) Micro-Four-Third Sensor verbaut.
Als Wechselobjektiv kaufte ich mir das Panasonic Lumix 15mm f/1.7, da ich schon die Panasonic GX8 besitze.

Praktische Erfahrungen

In der folgenden Gegenüberstellung sind Vor- und Nachteile der beiden Kameras/Gimbalsysteme aufgeführt. Es sind Alltagserfahrungen ohne wissenschaftlichen Anspruch!


Kamera Zenmuse X3

Vorteile:

  • Leichte Kamera, lange Flugzeit
  • Im Automatikmodus erstaunlich gute Belichtung
  • Seitliche Schwenks sind sanft ohne zu Überdrehen möglich. Ist an der Fernbedienung der Stick in der Nullposition, bleibt die Kamera, resp. der Gimbal sofort stehen.

Kamera Zenmuse X5

Vorteile:

  • Fotoauflösung mit 16 Mpx spürbar besser undVideos in 4K/UHD markant schärfer, detaillierter!
  • Manuelle Blende am Objektiv einstellbar
  • Durch die manuelle Blende kann das Objektiv im optimalen Bereich betrieben werden: Ca. 2 bis 3 Blendenstufen abblenden.
  • Focus kann im Flug via Touchscreen justiert werden.
  • Standard Filtergewinde
  • In der DJI PilotApp umfangreiche Einstellmöglichkeiten, die auch während des Flugs geändert werden können.

Nachteile:

  • Objektiv Fixfocus
  • Sehr kleiner Sensor
  • Kein Filtergewinde

Nachteile:

  • Durch das höhere Gewicht der Kamera mit Objektiv und Gimbal ca. 25% kürzere Flugzeit! (war natürlich zu erwarten)
  • Beim behutsamen seitlichen Schwenken der Kamera neigt der Gimbal zum Überdrehen und braucht einige Sekunden, bis er sich in der Horizontalen eingemittet hat.
  • Beim Flug konnte ich manchmal einen leichten Jello-Effekt bemerken. Ich gehe der Sache noch nach: Könnte an den Props liegen, die schon etliche Dutzend Flugstunden auf dem Buckel haben)
  • Der Einschubschacht für die Micro-SD Speicherkarte ist von der Zugänglichkeit her an einem sehr suboptimalen Ort.

Fazit

Auf den ersten Blick scheinen die negativen Punkte bei der Zenmuse X5 zu überwiegen. Aber die markant bessere Auflösung im 4K Videomodus, die vielfältigen manuellen Einstellmöglichkeiten und die 16 Mpx im Fotomodus sind für mich ausschlaggebend.
Die physikalisch bedingt kürzere Flugzeit nehme ich in Kauf; dem (manchmal leichten!) Jello Effekt gehe ich noch auf den Grund.

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